Filzengraben

Cover Filzengraben web
Filzengraben
Historischer Kriminalroman
Emons Verlag, Köln 2009
ISBN-13: 978-3-89705-630-5
ca. 250 Seiten
Preis: 11,00 EUR
In neuer Auflage unter dem Titel Der gestohlene Duft
Emons Verlag, Köln, Jubiläumsausgabe 2015

ISBN: 978-3-95451-447-2
ca. 250 Seiten, Preis: 10,00 EUR
Cover_Der gestohlene Duft-a

 

 

 

 

Köln 1737. Ein Fläschchen mit wertvollem Aqua mirabilis zerbricht. Eine Diebstahlserie bedroht die wirtschaftliche Existenz von Spediteuren italienischer Herkunft. Dann stirbt ein Kind im Rhein, und ein Mann wird schwer verletzt vor den Stufen von Signor Dalmontes Geschäftshaus im Filzengraben gefunden. Steckt der Kaufmann und Destillateur Johann Maria Farina von Obenmarspforten hinter diesen Verbrechen? Und was für eine Rolle spielt jener zwielichtige Welsche aus dem Vigezzotal, den der Vater als Kind zu den Schornsteinfegern gegeben hat?
Übrigens wird man nur weniger Jahre später das duftende Aqua mirabilis in Eau de Cologne oder auch Kölnisch Wasser umbenennen.

„Ein Donnerschlag zerriss die ungewöhnliche Schwüle dieses letzten Freitagnachmittags im März des Jahres 1737. Erschrocken fuhr Anna herum. Das dunkelgrüne Fläschchen, das sie eben von einer kleinen Transportkiste in eine größere und sichere umpacken wollte, entglitt ihren Fingern und zerschellte klirrend auf dem Steinfußboden. Zwischen den zerborstenen Glassplittern bildeten sich winzige Lachen einer wasserklaren Flüssigkeit, dünne Rinnsale versickerten in den Fugen der Fliesen.“

„Warum hatte ihm niemand gesagt, dass diese Stadt stank? Alle hatten sie immer nur von den unzähligen Kirchen erzählt. Dass in jeder Straße, an jeder Ecke eine stünde. Manchmal sogar zwei oder drei, aneinandergereiht wie Perlen auf einer Schnur. Mit in den Himmel ragenden Glockentürmen, die sich gegenseitig an Höhe überböten. Und von der mächtigen Stadtmauer hatten sie ihm vorgeschwärmt, mit ihren Basteien und Torburgen, von den bunten Märkten und dem Mastenwald im Hafen, von den vielen Menschen, den süffigen Bieren und süßen Weinen. Feixend und hinter vorgehaltener Hand hatten sie ihm von Winkelwirtschaften erzählt, draußen vor der Stadt hinterm Bayenturm. Dort müsse er hin. Unbedingt. Dollbier probieren. Es mache so herrlich wunderselig. Nur zwei Becher, und schon sei das Leben ein Paradies und die Augen der Mädchen funkelten wie Juwelen.“


Zurück zur Übersicht