Das LiteraturCafé – die Autorengruppe FAUST präsentiert: „Schockierend verlockend“ – Skandalliteratur durch die Jahrhunderte

Zu allen Zeiten erschienen Bücher, die die Gemüter in Wallung brachten und kirchliche und weltliche Obrigkeiten auf den Plan riefen, die diese Werke verboten und in ihre Giftschränke verbannten – was sie jedoch umso interessanter machte. Ob De Sades Bücher, Goethes „Werther“ oder Flauberts „Madame Bovary“, ob Maxim Billers „Esra“, das „Unwort“ in Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ oder seit Neuestem die drohende Verbannung unliebsamer Titel aus US-amerikanischen Schulbibliotheken – Gründe für Skandale finden sich immer. Sie reichen von Sex über Politik zu persönlichen Empfindlichkeiten. 

Die FAUST-Autorinnen Margit Hähner und Petra Reategui unterhalten sich mit dem Publikum über Skandalliteratur von gestern und heute, die stets auch ein Kind und damit Zeugnis ihrer Zeit ist.

Stadtbibliothek Leverkusen, Friedrich-Ebert-Platz 3d, Eingang Rathausgalerie,
Beginn 14:00 Uhr. Eintritt: 5.- Euro (inkl. Kaffee und Kuchen)

KALT FLIESST DIE MOSEL

Petra Reategui liest aus ihrem Nachkriegskrimi
1945: Vier Monate nach Kriegsende wird das Moseltal von zwei tragischen Todesfällen erschüttert. Eine Frau stürzt mit ihrem Neugeborenen von einem Berghang, kurz darauf stirbt ein Mann im nahen Steinbruch. Hängen die beiden Fälle zusammen?

Kalt fließt die Mosel

Ort: Hunsrücker Holzmuseum
Bahnhofstr. 19
54497 Morbach-Weiperath
Telefon: +49 (0) 6533/71-0
www.morbach.de

Anfahrt: https://www.hunsruecker-holzmuseum.de/museum/anfahrt

ICH HABE EIN BUCH VERÖFFENTLICHT – WERDE ICH JETZT REICH?

Kaum eine Frage wird Autorinnen und Autoren so häufig gestellt wie diese: Ja können Sie denn vom Bücherschreiben leben? Manche können es, die meisten nicht. Warum wollen dann aber so viele Leute „ihr Buch“ schreiben? Mit welchen Schwierigkeiten hat Autor oder Autorin zu rechnen und mit welchen der Verlag? Braucht es überhaupt noch Verlage und Lektoren, wenn doch jeder sein Selbstgeschriebenes im Selbstverlag veröffentlichen kann? Stefanie Rahnfeld, Lektorin beim Kölner Emons Verlag, und FAUST-Autorin Petra Reategui unterhalten sich mit dem Publikum über das Geschäft mit der Literatur, erzählen von geplatzten Träumen und in Erfüllung gegangene Hoffnungen.

Stadtbibliothek Leverkusen, Friedrich-Ebert-Platz 3d, Eingang Rathausgalerie,
Beginn 14:00 Uhr. Eintritt: 5.- Euro (inkl. Kaffee und Kuchen)

GRUPPENBILD MIT HERR

Agnieszka Lessmann, Amir Shaheen, Dorothea Renckhoff, Margit Hähner und Petra Reategui lesen im Literaturhaus Köln.

Alle sind Mitglieder des PEN Deutschland, und genauso bunt und vielfältig wie dieser sind auch die Texte, die an diesem Abend vorgetragen werden. Es wird spannend, mysteriös, lyrisch und natürlich auch heiter und satirisch.

Ort: Literaturhaus Köln
Großer Griechenmarkt 39
50676 Köln

Eintritt frei

„EIN MÖRDER NAMENS GOTTLIEB?“

Petra Reategui beim LiteraturCafé Leverkusen der Autorengruppe FAUST

Dem fertigen Buch sieht man nicht an, wie viele schlaflose Nächte es die Schriftstellerin oder den Schriftsteller kostet, Personen im Roman zum Leben zu erwecken. Im Gespräch mit der Leiterin der Stadtbibliothek Leverkusen Eva-Marie Urban erzählen die FAUST-Autorin Petra Reategui und der Leverkusener Kinder- und Jugendbuchautor Christian Linker von überraschenden „Begegnungen“ mit ihren Figuren und der kniffeligen Suche nach einem passenden Namen für sie.

Ort: Stadtbibliothek Leverkusen, Friedrich-Ebert-Platz 3d, Eingang Rathausgalerie,
Beginn 14:00 Uhr. Eintritt: 5.- Euro (inkl. Kaffee und Kuchen)

[ALLE WEITEREN TERMINE FÜR DIE LiteraturCafé-Nachmittage FINDEN SIE hier]!

KALT FLIESST DIE MOSEL

Petra Reategui liest aus ihrem Nachkriegskrimi – aufrüttelnd, nachdenklich und brillant recherchiert.

Ort: Antoniussaal im Herz-Jesu-Haus Kühr · Markstraße 62 · 56332 Niederfell 
Eintritt freium Spenden zugunsten des Fördervereins wird gebeten!

4/2024 ist erschienen

Istanbul. 52 Stufen führen von der lärmenden Stadt hinunter in die geheimnisvolle Welt der Cisterna Basilica, diesem gewaltigen, unterirdischen Wasserreservoir aus dem 6. Jahrhundert. Über 300 Säulen ragen aus dem glitzernden Wasser empor und stützen das mächtige Gewölbe – und mittendrin Glasskulpturen der tschechischen Künstler Vlastimil Beránek und Jaroslav Prošek. Zart und gewichtig zugleich, verbinden sie das Heute mit unserer Vergangenheit.

Athen

Februar 2016. Ein klarer, blauer Himmel. Der Morgen ist frisch, aber es würde warm werden im Laufe des Tages, sehr warm. Wie Feodor und seine Künstlerkollegen vor über 200 Jahren mache ich mich auf den Weg zur Akropolis. Betrachtet man die Zeichnungen des Iren Edward Dodwell, ging Anfang des 19. Jahrhunderts der Pfad hinauf zum Tempelplateau quer über den nackten Felsen. Kein Baum, kein Strauch, die Schatten spendeten.

Das alte Athen

Relieffiguren und Figurengruppen, die Feodor zwischen 1800 und 1803 in Athen gezeichnet hat. Seine Arbeiten – ungefähr 100 Bilder – liegen heute im British Museum, London.

Detail einer Parthenonmetope
Detail einer Parthenonmetope
Figuren am Turm der Winde
Figuren am Lysikratesdenkmal

Das malerische Anafiotika mit seinen weißgetünchten Häuschen und verwinkelten Gässchen am Rande der Athener Altstadt Plaka gab es zu jener Zeit noch nicht.

Die Akropolis. Einerseits eine Großbaustelle, ein Ruinenfeld, nur vereinzelt noch Marmorreliefs, Metopen.

Die meisten Originale befinden sich im British Museum in London – Lord Elgin lässt grüßen! – und im 2009 neu gegründeten Athener Akropolismuseum. Andererseits ein überwältigendes Gefühl, hier oben zu stehen. 2500 Jahre Geschichte und Baugeschichte. Dazu ein erhabener Blick übers Land.

Hier also hat Feodor monatelang gearbeitet, vor den Propyläen, dem Erechtheion, am Niketempel, auf dem Parthenon …

„Da saß er dann in schwindelerregender Höhe vor den Relieffiguren auf den Platten von Fries und Metopenband, die unbekannte Bildhauer vor über zweitausend Jahren aus Marmorblöcken herausgeschlagen hatten, fast alles Szenen aus der griechischen Götterwelt. Sein Malerbrett mit Papierbögen auf den Knien, das Skizzenbuch griffbereit daneben, copirte Feodor die Szenen ohne perspektivische Verzerrungen, wie dies der Fall gewesen wäre, wenn er vom Boden aus hätte zeichnen müssen. Friedlich ist es hier oben.“

Am Abend esse ich an dem kleinen Platz in Plaka, wo einmal das Kapuzinerkloster gestanden hat, in dem Feodor und seine Künstlerkollegen untergekommen sind. Heute verraten nur noch ein paar Mauerreste von dessen früherer Existenz sowie das Lysikratesmonument, dessen Fries Feodor abzeichnete. Eine Katze streicht um meine Beine, maunzt.

Alle Fotos: Petra Reategui

Feodors Romjahre

Ich bilde mir ein, dass die neun Jahre, die Feodor in Rom verbracht hat, die glücklichsten seines Lebens gewesen sind. Ich kann nur eine Woche dort sein, aber diese Woche ist randvoll mit Eindrücken.

In der Galleria Borghese

Der Taxifahrer, der mich vom Flughafen zum Hotel bringt, hört nicht mehr zu reden auf. Kaum hat er gemerkt, dass ich ein bisschen Italienisch spreche, sprudelt es schon aus ihm heraus: wie schön doch Rom sei, viel schöner als Paris. Was habe Paris denn schon zu bieten? Ein 2000 Jahre altes Colosseum etwa? Oder denken Sie nur an die antiken Tempel, Signora, an die Säulen, das Forum. Paris hat doch nichts Vergleichbares, gut, Notre Dame, die Champs-Élysées, das ist ja alles sehr schön, aber Rom ist schöner … Sehen Sie hier, die Trajanssäule, Piazza di Spagna, Via del Corso. Und gehen Sie hinunter zum Tiber, wandern Sie am Ufer entlang, gehen Sie hinein nach Trastevere … Ich darf das sagen, Signora, verteidigt er sich, ich bin nicht aus Rom, ich komme aus Puglien, aber ich lebe seit 15 Jahren hier. Ich habe viel gesehen, aber keine Stadt ist so schön wie diese.

Friedrich Noack schreibt in seinem Buch „Deutsches Leben in Rom 1700 bis 1900“, dass Feodor zunächst im Palazzo Zuccari in der heutigen Via Sistina 64 gewohnt habe, dann mit Friedrich Weinbrenner zusammen in der Via Babuino und schließlich von 1795 bis 1799 in der Via Margutta.

Eindrücke von der Via Margutta in Rom heute

Alle Fotos: Petra Reategui
In der Galleria Borghese

Er setzt mich vor meinem Hotel ab. Von hier sind es nur ein paar Schritte zur Via Margutta, in der Feodor zeitweilig gewohnt haben soll. Sie verzaubert mich sofort, die schmale Straße im alten historischen Künstlerviertel nahe der Piazza del Popolo. Seit Jahrhunderten scheinen die Häuser unverändert. Da keine Nummer überliefert ist, nehme ich mir die Freiheit, mir eines auszusuchen und entscheide mich für ein hohes, mehrstöckiges Gebäude mit einer zur Straße geschlossenen, schützenden Fassade. Das Eingangsportal steht offen. Neugierig steige ich die steinerne Treppe empor, die zu einem Gewimmel von Wohnungstüren führt, zu einem hochgelegenen Hinterhof, zu Gängen, weiteren Treppen und Treppchen, kleinen Balkonen und terrassenähnlichen Plätzchen. Hier und da ein Brunnen und jede Menge Grün, Veilchen, Farne, Palmgewächse. Ich habe Feodors Bleibe gefunden; auch ich kann mir vorstellen, hier zu wohnen und zu schreiben.

In einer kleinen Taverne trinke ich das erste Glas Wein auf römischem Boden.
(Aus meinen Reisenotizen)

Feodor verließ Rom im Dezember 1799, um mit einer Gruppe von Künstlern im Auftrag des britischen Lord Elgin nach Athen zu reisen. Und so fliege ich ein paar Wochen später ebenfalls nach Griechenland.

Das Caffè Greco – alle deutsch-römischen Künstler haben hier ihren Kaffee getrunken.